Bisher sind die Versuche zur einer neuen Nutzung und Wiederherstellung der schadstoffbelasteten Garnisionskirche fehlgeschlagen: Es haben sich keine Investoren für eine Sanierung der Kirche gefunden, gleichzeitig lehnen die Denkmalbehörden einen einfachen Abriss ab. Nun hat die Fraktion FDP / Freie Wähler vorgeschlagen die Kirche abzureißen. Die Wählergruppe FÜR Karlsruhe schlägt hingegen vor, die Garnisonskirche als wichtiges Wahrzeichen von Knielingen zu erhalten. Der Vorschlag sieht vor, die sanierungsbedürftige Kirche abzureißen und anschließend originalgetreu wieder aufzubauen, um die städtebauliche Ästhetik zu bewahren.
Stadtrat Friedemann Kalmbach (FÜR Karlsruhe) erklärt dazu:
„Wir setzen uns dafür ein, dass die Kirche auch in Zukunft dem Stadtbild Knielingens erhalten bleibt und zur Nutzung bereitsteht. Um dies zu erreichen, sehen wir es als besten Weg an, die Kirche abzureißen und neu aufzubauen. Immerhin ist die Garnisonskirche Teil der städtebaulichen Identität und damit auch Teil der Knielinger Identität. Damit wollen wir behutsam umgehen – ohne jedoch in Stillstand zu geraten. Für diese Idee, die Garnisionskirche zu erhalten, werben wir um die Unterstützung im Gemeinderat, aber auch bei den Bürgerinnen und Bürgern Knielingens .“
Nach Beschluss im Gemeinderat sollen in Auftrag der verantwortlichen, städtischen Volkswohnung ein Gutachten durch unabhängige Fachleute erstellen werden. Damit soll geprüft und dokumentiert werden, ob eine Sanierung des bestehenden Gebäudes wirtschaftlich und gesundheitlich vertretbar ist oder ob ein originalgetreuer Neubau die bessere Lösung darstellt. Zusätzlich sollte nach Ansicht von FÜR Karlsruhe ein verbindliches Nutzungs- und Gestaltungskonzept entstehen, damit das historische Aussehen der Kirche dauerhaft gesichert bleibt. Zusätzlichen Kosten für den städtischen Haushalt entstehen dadurch nicht, da die Prüfungen in die Verantwortung der Volkswohnung fallen.
Für den Fall, dass der Wiederaufbau keine Mehrheit im Gemeinderat erhält, schlägt die Wählergruppe einen Kompromiss vor: Sollte die Kirche endgültig abgerissen werden, sollen bei der Neugestaltung des Geländes zumindest sichtbare Erinnerungen an das historische Gebäude erhalten bleiben. Denkbar seien etwa eine markante turmartige Gestaltung, eine an die Kirche angelehnte Platzgestaltung oder eine dauerhafte Informationsstelle zur Geschichte des Ortes. Wünschenswert wäre es, die Bürgerinnen und Bürger aktiv in die Planungen einzubeziehen. Die historische Aufarbeitung soll gemeinsam mit dem Stadtarchiv und dem Stadtteilverein Knielingen erfolgen.
