Seit Ende November 2025 sorgen gestörte digitale Fahrgastinformationsanzeiger (DFI) für erheblichen Frust bei den Fahrgästen im Karlsruher Stadtgebiet. Trotz mehrfacher Ankündigungen von Verbesserungen durch den Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) bis Ende Februar 2026 bleibt die Zuverlässigkeit der Anzeigen unzureichend. Angesichts dieser Situation hat Stadtrat Friedemann Kalmbach für die Wählergruppe FÜR Karlsruhe nun eine umfassende Anfrage an die Stadtverwaltung gestellt.

Fahrgäste beklagen unzutreffende Abfahrtszeiten, das vollständige Verschwinden einzelner Linien von den Monitoren oder gänzlich inaktive Displays. Die Ursache wird offiziell auf eine komplexe Systemumstellung im Zusammenhang mit einem neuen Leitsystem zurückgeführt. Dennoch konnten versprochene Fristen zur Inbetriebnahme, insbesondere für den Stadtbahntunnel, bislang nicht eingehalten werden.

Stadtrat Friedemann Kalmbach findet deutliche Worte für das IT-Versagen:

„Es ist ein schlechtes Zeichen für unsere selbsternannte IT-Hauptstadt, dass die offiziellen Anzeigesysteme über Monate hinweg nur unzuverlässig oder gar nicht laufen. Es stellt sich die dringende Frage nach der Effektivität der bisherigen Lösungsansätze und der Kontrolle externer Dienstleister. Die Bürger brauchen keine weiteren Vertröstungen, sondern verlässliche Informationen und das möglichst zeitnah.

Aufgrund all dieser Mängel stellt die WÄhlergruppe FÜR Karlsruhe eine Anfrage an die Verantwortlichen der Stadt. In der Anfrage stellt die Wählergruppe Fragen zur Verantwortlichkeit des externen Dienstleisters Lumino sowie zu möglichen Regressansprüchen der Stadt bzw. der Verkehrsbetriebe (VBK/AVG). Zudem wird geklärt, ob und wie die Stadt plant, den Frust der Pendler – beispielsweise durch Kulanzregelungen – aufzufangen.

„Die Verlässlichkeit der Fahrplaninformation ist eine Grundvoraussetzung für die Akzeptanz des öffentlichen Nahverkehrs“, so Kalmbach weiter. „Das Vertrauen der Bürger in die technologische Kompetenz unserer Verkehrsbetriebe wurde beschädigt. Wir erwarten nun eine transparente Fehleranalyse und einen verbindlichen Termin, bis wann alle Anlagen wieder fehlerfrei funktionieren.“