Karlsruhe will Digitalstandort bleiben und geht dafür einen weiteren richtigen Schritt: Der Gemeinderat Karlsruhe hat beschlossen, dem Verein „GovTech Kommunal“ beizutreten. Dieser Verein unterstützt die Digitalisierungsbemühungen von Städten, Gemeinden und Landkreisen in ganz Deutschland. Durch das Netzwerk soll die digitale Handlungsfähigkeit vor Ort gestärkt werden.

FÜR Karlsruhe hat sich in der laufenden Legislatur für einen Stop an neuen städtischen Mitgliedschaften stark gemacht. In Zeiten knapper Haushaltsmittel sollte jede städtische Beteiligung auf den Prüfstand. Doch gerade im Bereich der Digitalisierung und Verwaltungsmodernisierung greift ein Alleingang einzelner Kommunen zu kurz.

Stadtrat Friedemann Kalmbach (FÜR Karlsruhe) erklärt dazu:
„Grundsätzlich bleiben wir bei neuen Mitgliedschaften skeptisch und fordern eine genaue Kosten-Nutzen-Analyse, um teure Doppelstrukturen zu vermeiden. Im Fall von GovTech Kommunal sehen wir jedoch einen handfesten Sinn: Die Kommunen müssen aufhören, bei der Digitalisierung das Rad isoliert neu zu erfinden. Es ist der richtige Weg, wenn sich Städte gezielt vernetzen und ihre Kräfte bündeln. Nur durch stärkere Kooperationen gelingt es uns, moderne IT-Lösungen und KI-Anwendungen schnell, rechtssicher und wirtschaftlich in die Verwaltung zu bringen.“

Der Beitritt zum bundesweiten Netzwerk GovTech Kommunal e. V. ermöglicht der Stadt Karlsruhe unter anderem den Zugriff auf eine gemeinsame Plattform („Deutschlandplattform“), über die erprobte Softwarelösungen sowie Schulungs- und Lernangebote für Mitarbeitende effizient nachgenutzt werden können. Zudem können Software-Lösungen unter bestimmten Bedingungen im Rahmen von Inhouse-Vergaben unbürokratisch beschafft werden. Die jährlichen Kosten von 8.000 Euro sind aus Sicht von FÜR Karlsruhe gut angelegtes Geld, sofern dadurch aufwändige und teure Einzelentwicklungen in Karlsruhe eingespart werden.

FÜR Karlsruhe wird dem Beitritt in den anstehenden Gremienberatungen zustimmen, kündigt jedoch an, die konkreten Einsparpotenziale und den Nutzen der Mitgliedschaft im Sinne einer effizienten Haushaltsführung auch in den kommenden Jahren aufmerksam zu begleiten.