Mit nur 2.285 geborenen Kindern im Jahr 2025 verzeichnet die Stadt Karlsruhe den niedrigsten Stand bei den Geburtenzahlen seit über 40 Jahren (1985). Vor dem Hintergrund dieser drastischen demografischen Entwicklung hatte die Wählergruppe FÜR Karlsruhe eine Anfrage an die Stadtverwaltung eingereicht, um zu klären, wie die Stadtverwaltung auf diesen Abwärtstrend in der Kita- und Schulentwicklungsplanung reagiert und Fehlplanungen vermeidet.

Die Antwort der Verwaltung zeigt ein sehr differenziertes Bild: Während in Stadtteilen wie Hohenwettersbach, Weiherfeld, Mühlburg, Grünwettersbach oder der Nord- und Südstadt die Geburtenzahlen drastisch eingebrochen sind, verzeichnen Stadtteile wie Beiertheim-Bulach, Oberreut, Knielingen oder Daxlanden durch Zuzüge und Neubaugebiete stabile oder gar steigende Kinderzahlen. Die Verwaltung betont in ihrer Stellungnahme, dass sie die Entwicklung kontinuierlich und kleinräumig beobachtet, vorerst jedoch keine pauschale Kürzung von Kita- oder Schulkapazitäten vornimmt. Frei werdende Räume in Grundschulen sollen ab Ende des Jahrzehnts vielmehr für den Ganztagsausbau, Sprachförderung und pädagogische Differenzierung genutzt werden.

„Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Der anhaltende Geburtenrückgang ist kein vorübergehendes Phänomen, sondern eine strukturelle Realität mit der die Politik umgehen muss. Es ist gut, dass die Verwaltung Entwicklungen stadtteilgenau beobachtet und frei werdende Räume künftig für die qualitative Verbesserung – wie den Ganztag – nutzen möchte. Bei der Entwicklung, die wir haben, müssen wir jedoch auch vorausschauend planen und uns fragen, was wir noch tun können, um Karlsruhe für Familien mit Kindern attraktiver zu gestalten: Dazu zählt für uns vor allem bezahlbarer Wohnraum für Familien mit mehreren Kindern, gut aufgestellte Bildungseinrichtungen und ein angenehmes Stadtklima. Diese Dinge können von der Politik positiv beeinflusst werden. Unser Ziel wäre es, den Negativtrend der Geburtenzahlen in den nächsten Jahren umzudrehen."

FÜR Karlsruhe fordert angesichts der stark schwankenden Zahlen zwischen den Stadtteilen eine dynamische und transparente Bedarfsplanung. Um Fehlinvestitionen zu vermeiden, müssen Bau- und Erweiterungsmaßnahmen künftig auf den tatsächlichen, kleinräumigen Bedarf geprüft werden, während frei werdende Ressourcen zielgerichtet zur Qualitätssteigerung an bestehenden Standorten eingesetzt werden sollten.